Liebes Publikum,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
wir freuen uns sehr auf die neue Spielzeit. Viele Stoffe und Themen stehen auf unserem Spielplan und insbesondere im Schauspiel setzen wir uns mit den siebziger Jahren auseinander. In der Beschäftigung mit den Jahrzehnten, begonnen vor fünf Jahren mit den Zwanzigern, ging und geht es uns ja darum, die Zeiten mit unserer heutigen Welt und Realität zu vergleichen und herauszufinden, was von den damaligen Problemen sich verändert hat, was uns alle immer noch als zentrale Fragen heute beschäftigt. So scheint uns der Terrorismus im eigenen Land weit entfernt, der Blick auf die Welt und insbesondere auf Afghanistan, Pakistan und weitere Länder des Ostens zeigt ein sehr viel gefährlicheres Bild. Und denken wir an die Ölkrise von 1972, so scheint das Thema sich wieder in greifbarer Nähe zu befinden: Haben wir bald wieder autofreie Sonntage, wer weiß?
Aber Theater hat natürlich auf der einen Seite viele Mittel, uns die Realität bewusst zu machen und andererseits gleichzeitig auch diese ganz vergessen zu lassen. Wir laden Sie ja auch zum Träumen und in Fantasiewelten ein, in denen wir etwas Anderes als harte Fakten erleben: Gefühle, Irrationalität und Chaos, herrliche Musik und menschliche Intrigen, Konflikte, Lösungen, Katastrophen. Im Theater liegt alles so nah beieinander. Aber auch in einer Stadtgesellschaft möchten wir als große kulturelle Institution mit den anderen Kulturschaffenden sprechen, um gemeinsam nachzudenken, wie die Stadt der Zukunft aussehen soll. Hierzu möchten wir Plattformen wie die Reihe Streitbar sowie Podiumsdiskussionen und Gesprächskreise etablieren, in denen sich interessierte Bürger mit den Kulturmachern und „Spezialisten“ auseinandersetzen können. Wir freuen uns also nicht nur auf Sie als Besucher, sondern auch als Mitwirkende und als Gesprächspartner. Insbesondere gilt dies für das Brecht-Festival Anfang Februar, bei welchem wir, zusammen mit Joachim Lang, diesen berühmten Autor der Stadt umfassend beleuchten und in aller Widersprüchlichkeit auch mit neuen Produktionsweisen erfahrbar machen möchten.
Seien Sie herzlich willkommen, nehmen Sie Platz auf den neuen Stühlen im Großen Haus und lernen Sie alle Raffinessen der brechtbühne kennen.
Herzlichst,
Ihre Juliane Votteler
Intendantin Theater Augsburg






