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Juliane Votteler, Intendantin

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Theaters,

die neue Spielzeit steht unter den Zeichen vieler Veränderungen. Um uns hat sich die Welt in rascher Zeit verändert: die Anschläge von Paris, die Kriege im nahen und ferneren Osten und die Fragen, die uns die mehr und mehr auch hier bei uns Hilfe und Wohnung suchenden Menschen stellen, und die wir beantworten müssen, bringen uns immer wieder auf die Grundlagen unserer eigenen Lebensweise zurück. Uns selbst müssen wir befragen, wie wir leben und was um uns herum geschieht.

Das Theater hat diese Fragen seit vielen tausend Jahren immer wieder behandelt und immer wieder andere Antworten in den verschiedenen Geschichten gefunden. In den Erzählungen der Schicksale anderer Menschen können wir uns wiederfinden oder wir grenzen uns davon ab und finden so einen anderen Standpunkt in unserem Denken. Das ermöglicht uns, Abstand zu gewinnen: zu uns selbst, aber auch zu den anderen. Mit Abstand aber kann man oft Dinge relativieren und sie verlieren ihre Bedrohung. Was soll das „Fremde und „Andere sein, wenn wir bedenken, dass wir für andere fremd sind, was bedeutet es, Werte zu verlieren, wenn man sich klarmacht, wie viele Werte immer schon verloren gegangen sind und Neues nur entstehen kann, indem man sich auch von Altem trennt. Von der Angst vor „Überfremdung kommen wir auf die Angst vor der „Verteuerung, von der Angst vor der „Verschuldung zur Furcht vor dem „Kontrollverlust.

Die Spirale der Angst lähmt diese Gesellschaft, und Angst war und ist der schlechteste Ratgeber. Angst, nicht mehr seinen Platz in der Gesellschaft zu haben, Angst, nicht gehört zu werden, Angst, nicht mehr mithalten zu können, prägen die Gesellschaften der westlichen Welt. Dabei ist es wichtig, dieser Angst ins Auge zu sehen und zu ihr auf Distanz zu gehen: Nur mit der Einschätzung der Irrationalität, die vielen dieser Ängste zu Grunde liegt, können wir sie auch überwinden. Und dies gelingt in Form von Vergleichen und Vermitteln: Wir sehen Geschichten und hören Erzähltes, wir lauschen fremden Klängen und erleben vertanzte Sprachen, dies alles kann uns beruhigen oder aufregen, es löst uns auf jeden Fall aus der Verbitterung und Erstarrung. Das „Miteinander-ins-Gespräch-Kommen über einen gemeinsam erlebten Kunstgenuss oder das Verfolgen einer erzählten Geschichte ist mit der wichtigste Teil des Theater-Erlebens, denn hier setzen sich die Geschehnisse fort, hier werden unsere Gefühle deutlich, erscheinen unsere Emotionen und brechen sich unsere Gedanken Bahn. Hier können wir aus der Distanz der Rückschau etwas nacherleben, ohne Angst zu haben, dass uns etwas geschieht. Frei und unabhängig dürfen wir unsere Meinung sagen und in diesen Augenblicken begreifen wir, was für ein ungeheures Geschenk darin liegt, in einer freien Welt zu leben.

Theater sind immer auch Orte der Begegnung. Und sie werden in dieser zweiten Funktion immer wichtiger. Daher ist es für uns Wunsch und Anspruch, wenn wir über die Sanierung sprechen, nicht nur den Sicherheitsauflagen des Brandschutzes Rechnung zu tragen, sondern das Haus umzubauen zu einem Ort, an dem sich den ganzen Tag die Stadtgesellschaft trifft: Ein Ort des Nachdenkens wollen wir sein, ein Ort der Ruhe und Gemütlichkeit, wo Spaß und Witz zu Hause sind, wo man lachen und streiten kann, wo man Kunst nicht nur erleben, sondern auch erlernen und mitmachen kann bei der Gestaltung der bunten Welt, die hier
zu Hause ist. Ein angstfreier Ort, der die Demokratie und unsere Werte für alle täglich feiert.

Eine schöne neue Saison! Und:
Ihnen und uns toi toi toi!

Ihre
Juliane Votteler
Intendantin Theater Augsburg

Heute 02.08.2015

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Zaide. Eine Flucht.

06.08.2015 PREMIERE
19:30, brechtbühne

Die lächerliche Finsternis

26.09.2015 PREMIERE
19:30, brechtbühne

Der König Kandaules

27.09.2015 PREMIERE
19:00, Großes Haus

Hamlet

31.10.2015 PREMIERE
19:30, Großes Haus