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Herr Puntila und sein Knecht Matti

Bertolt Brecht
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„Ich habe Anfälle. Es kommt über mich mindestens einmal im Quartal. Ich wach auf und bin plötzlich sternhagelnüchtern. Ich bin dann direkt zurechnungsfähig. Weißt du, was das bedeutet, Bruder, zurechnungsfähig?“ Puntila ist ein reicher Gutsbesitzer, Matti sein Chauffeur, der unter den wechselnden Launen seines Herrn zu leiden hat. Betrunken liebt Puntila Menschen und Sinnesfreuden, nüchtern ist er jedoch ein hartherziger Ausbeuter. Seine im Rausch begangenen Taten versucht sein nüchternes Ich alsbald wieder rückgängig zu machen. So verlobt er sich im Suff an einem Tag gleich mit mehreren Frauen oder kauft aus Mitleid Arbeiter ein, die er ausgenüchtert allesamt wieder vom Hof jagt. Während der eine Puntila seine Tochter Eva mit einem Attaché verheiraten will, für den sie keinerlei Gefühle hat, versucht der andere sie mit Matti zu verkuppeln. Der Chauffeur hat jedoch eigene Vorstellungen von seiner Zukünftigen und lässt Eva zu einem Test antreten, in dem sie ihre Eignung als Proletarierfrau unter Beweis stellen soll.

Die von Brecht als Volksstück bezeichnete Komödie entstand 1940 im finnischen Exil in Zusammenarbeit mit Margarete Steffin und der Schriftstellerin Hella Wuolijoki, auf welche die Grundidee des Stücks zurückgeht. Herr Puntila und sein Knecht Matti wurde im Juni 1948 in Zürich uraufgeführt. Im folgenden Jahr stellte sich das neu gegründete Berliner Ensemble mit einer überarbeiteten Inszenierung der Öffentlichkeit vor. Es war das erste Stück Brechts, das nach seiner Rückkehr aus dem Exil in der Regie des Autors in Deutschland zu sehen war.


Inszenierung: Jay Scheib
Bühne und Kostüme: Susanne Hiller
Dramaturgie: Markus Trabusch, Roland Marzinowski

Puntila, Gutsbesitzer: Klaus Müller
Eva Puntila, seine Tochter: Christine Diensberg
Matti, sein Chauffeur: Toomas Täht
Der Attaché: Tjark Bernau
Der Richter: Eberhard Peiker
Der Probst: Anton Koelbl
Fina: Ute Fiedler
Das Apothekerfräulein: Samantha Richter
Das Kuhmädchen: Olga Nasfeter
Die Telefonistin: Elna Lindgens
Spieldauer: 2h 30min