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Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer III. Rang

Lady Macbeth von Mzensk

Oper in vier Akten von Dimitri D. Schostakowitsch
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Libretto von Aleksander G. Preiss und vom Komponisten

Schostakowitsch wollte eine Oper komponieren, die von Liebe handelt, genauer, vom Scheitern der Liebe an brutalen Verhältnissen. Er sah Carmen und Wozzeck als Vorbilder dafür. Seine ganze Sympathie galt der aus der Unterschicht stammenden Katerina, die aus Liebe zur Verbrecherin wird. Nach einer Novelle des Realisten Nikolaj Leskow (1831-1895), der sich selbst als „Aufzeichner, nicht Erfinder“ verstand, schrieb Schostakowitsch mit dem Dramaturgen Aleksander Preiss das Textbuch. Die Oper nannte er eine Tragödie-Satire, denn „die Umstände, an denen die Liebe zugrunde geht ... Besitzdenken, Geldgier, Polizeimaschinerie“ werden schonungslos karikiert. Nach dreijähriger Arbeit an der Partitur hatte der noch nicht dreißigjährige Komponist zunächst weltweiten Erfolg. Seine Lady wurde von 1932 bis 1936 vielfach aufgeführt, in Amerika diskutiert, in der Sowjetunion bewundert für den Mut, im letzten Akt denen musikalisch eine Stimme zu geben, die offiziell negiert wurden: den rechtlosen, vergessenen Gefangenen der Gulags. Doch das Blatt wendete sich, nachdem Stalin persönlich eine Vorstellung besucht und sein Missfallen kundgetan hatte. Daraufhin wurde die Oper von parteitreuen Kritikern als „Chaos statt Musik" voller „formalistischer Perversitäten“ beschimpft und verboten. Schostakowitsch musste lange auf die Rehabilitierung seiner Oper warten, aber er gab nie auf. „Und wenn sie mir beide Hände abschlagen, werde ich weiter Noten schreiben und die Feder eben zwischen den Zähnen halten,“ sagte er zu Isaak Glikman. Die unbedingte Liebe zu Wahrheit und Menschlichkeit berührt und fasziniert in dieser Musik bis heute.

Der Regisseur Peter Konwitschny, der schon die verwandten Werke Wozzeck von Alban Berg in Hamburg und Janáceks Aus einem Totenhaus in Zürich unsentimental und scharfsinnig interpretierte, teilt die Sympathie für Katerina und zeigt die Geschichte ihrer Liebe und ihres Scheiterns spannend und unterhaltsam, ganz im Sinne des Schöpfers: tragisch-satirisch.

In Kooperation mit der Königlichen Oper Kopenhagen.

Spieldauer: 3 Stunden 15 Minuten mit einer Pause