Pressestimmen zu:
Henrik IbsenDie Wildente
„Unter den Menschen kann man diejenigen besonders gut hassen, die einen ständig mit der so genannten Wahrheit nerven, die immer alles sagen, was ihnen einfällt, weil es ihnen wichtig und richtig für die andern erscheint. Henrik Ibsen hat sich ein ganzes Stück lang den Frust auf diesen Menschenschlag von der Seele geschrieben: Die Wildente.
Die Regisseurin Sigrid Herzog hat sich dazu entschlossen, das Stück kompakt, aufs Notwendige gekürzt, aber ohne auf Wesentliches zu verzichten, auf die Bühne zu bringen. Der knappe Text lässt den Schauspielern immer noch viel Gelegenheit, schön aufzuspielen.
Der Schluss ist bitter, fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengrube und rundet einen schöne, konzentrierte Aufführung ab: Hjalmar Ekdal ist endlich bereit, sein Kuckucksmädchen anzunehmen, nachdem er sich beim Versuch, aus der Familienwohnung auszuziehen zum Affen gemacht hat. Als er das tote Kind entdeckt hat, bleibt ihm nur noch, sich nach dem einzigen zu bücken, was ihm bleiben wird von ihr: einem kleinen Spielzeugfotoapparat.“
nachtkritik.de, 11. Mai 2009.

