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In Gottes Namen

In Gottes Namen

Festival von 23. bis 25. Juni 2017

Die Reformation löste nicht nur eine vollkommene Veränderung in der christlichen Glaubenswelt, sondern auch ein Jahrhundert der Gewalt aus. Zwischen dem Augsburger Religionsfrieden 1555 und dem Westfälischen Frieden 1648 liegt eine der blutigsten Epochen der europäischen Geschichte: Vordergründig ging es um die Glaubensfragen, in Wirklichkeit um eine territoriale Neuordnung des Kontinents und um die Verteilung von Macht zwischen Frankreich, Habsburg und Schweden. Die meisten Kriegshandlungen fanden in dem Bereich statt, den wir heute „Deutschland“ nennen. Millionen von Toten, nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch die Folgen derselben: Hungersnöte, nicht bestellte Äcker, Pest, Verelendung durch Armut, Vertreibungen und Misshandlungen aller Art.

Diese Ereignisse haben tiefe Spuren hinterlassen. Wie auch bei den Kreuzzügen stellt sich die Frage: was bedeutet es heute, sich in christlich geprägten Ländern mit der Geschichte dieser Auseinandersetzungen zu beschäftigen, wenn wir auf die aktuellen Ereignisse der Terroranschläge des IS blicken? Handelt es sich um eine „Wiederholung der Geschichte“, von der wir doch behaupten, diese gäbe es nicht? Wie viel blenden wir aus, weil es uns scheinbar „kulturell gar nicht betrifft“? Wie sehr schauen wir weg, wenn es um die Frage von Waffenlieferungen, Unterstützung von diktatorischen Regimen und „Interventionen“ geht? Was hat die Flüchtlingskrise von 2015 mit uns und unserem Land, unserer Stadt gemacht? Wo und mit wem leben wir hier?

Im Rahmen des Festivals zeigen wir:

  • Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus
  • Rechercheprojekt „Unruhe“ im Paradies (UA)
  • Regie-Werkschau zu Wallenstein von Studendierenden und Absolventen der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK)
  • Stationenweg - einen Rundgang durch das Theater zum Thema „Söldner/Emblem“ in Kooperation mit der Universtität Augsburg

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DANKE!
Wir danken den Theaterfreunden Augsburg e.V. und allen privaten Sponsoren für die freundliche Unterstützung des Projekts.