Moličre
Tartuffe
Deutsch von Rainer KohlmayerEr scheint fromm und ehrbar, hinter dieser Fassade verbergen sich jedoch Gier und Lüsternheit: Im Haus des wohlhabenden Orgon hat sich der Betrüger Tartuffe eingenistet. Außer Orgon durchschauen ihn alle - seine Frau, die Kinder und deren Anverlobte sowie das Hausmädchen, das lautstark seine Meinung kundtut. Orgon jedoch ist so verblendet und entzückt vom scheinbar religiösen Leben Tartuffes, dass er seinen Sohn enterbt und aus dem Haus wirft, seine bereits verlobte Tochter Tartuffe verspricht und diesen als Erben einsetzt. Doch da gibt es Widerstand: Die anderen überführen Tartuffe vor Orgons Augen, so dass dieser nun den Eindringling loswerden will. Doch er muss feststellen, dass er nicht mehr Herr im Hause ist, sondern Tartuffe bereits über alle Rechte verfügt.
Nach der Uraufführung von Molières Komödie 1664 kam es zum Skandal, denn der Klerus fühlte sich angegriffen und erwirkte für die nächsten Jahre ein Aufführungsverbot. Auch wenn mit einer solchen Reaktion auf Tartuffe heute kaum mehr zu rechnen ist, kann diese Komödie der Heuchelei und Verführungskunst Menschen jeder Epoche den Spiegel vorhalten, solange es außer dem gesunden Menschenverstand auch die Verführbarkeit gibt.
Inszenierung: Sigrid Herzog
Bühne und Kostüme: Isabelle Kittnar
Musik: Alexander Kuralionok
Choreographische Mitarbeit: Martha Giorgi
Dramaturgie: Tobias Vogt
Madame Pernelle, Mutter von Orgon: Eva Maria Keller
Orgon, Ehemann von Elmire: Martin Herrmann
Elmire, Frau von Orgon: Judith Bohle
Damis, Sohn von Orgon: Alexander Darkow
Mariane, Tochter von Orgon: Sarah Bonitz
Valčre, verliebt in Mariane: Nicholas Reinke
Clčante, Schwager von Orgon: Philipp von Mirbach
Tartuffe: Marcus Calvin
Dorine, Zofe der Mariane: Lucy Wirth


