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Peter Weiss

Die Ermittlung

Oratorium in 11 Gesängen An einem Oktoberabend 1965 fand gleichzeitig an 15 Theatern eine Uraufführung statt, die bei ihrer Ankündigung schon für Aufsehen gesorgt hatte: In seinem nur unter Vorbehalt als Theaterstück bezeichneten Werk verarbeitete Peter Weiss authentische Protokolle aus dem ersten Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1965 in Frankfurt geführt wurde. Weiss hatte die Verhandlungen besucht und versuchte in Die Ermittlung ein „Konzentrat" dieses Prozesses zu erstellen, das sich rein auf die Fakten stützt und jede Emotionalisierung zu vermeiden versucht. Überlebende KZ-Häftlinge konfrontieren mit ihren Aussagen ihre ehemaligen Peiniger und dokumentieren die unfassbare Vernichtungsmaschinerie Auschwitz.
Die Ermittlung erschütterte die deutsche Öffentlichkeit nachhaltig in ihrer damaligen Haltung zur jüngsten Vergangenheit. Ein Angeklagter im Stück spricht aus, was viele damals dachten: „Heute/ da unsere Nation sich wieder/ zu einer führenden Stellung hochgearbeitet hat/ sollten wir uns mit anderen Dingen befassen/ als mit Vorwürfen/ die längst als verjährt/ angesehen werden müßten."
Das Theater Augsburg wird Die Ermittlung im ehemaligen Schwurgerichtssaal des Alten Justizpalastes zur Aufführung bringen.

Inszenierung: Heike Frank
Video: Conny Klar
Kostüme: Susanne Hiller
Dramaturgie: Geeske Otten, Roland Marzinowski

Mitwirkende: Dieter Goertz, Martin Herrmann, Eva Maria Keller, Thomas Kornack, Elna Lindgens, Olga Nasfeter, Eberhard Peiker, Christel Peschke
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