Die Weber von Augsburg
augsburg factory: web und walk
Wie kaum ein anderer Faktor hat die Textilherstellung die Stadt Augsburg über Jahrhunderte bis heute geprägt. In der Renaissance eines der führenden Textilzentren Europas, konnte Augsburg auch im Industriezeitalter prosperieren, die alten Webereien wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch Fabriken abgelöst. Seit den 1960er Jahren unterstützt durch Arbeitskräfte aus Südeuropa und der Türkei, waren Firmen wie Dierig, Riedinger und Ackermann bis in die 70er Jahre florierende Unternehmen. Unter dem Druck billiger Stoffimporte aus dem Ausland mussten dann jedoch viele Firmen ihre Produktion einschränken oder gar aufgeben, Entlassungswellen folgten. Seit den letzten großen Schließungen im Jahr 2005 arbeiten nur noch gut 900 Menschen in der Augsburger Textilindustrie, 1965 waren es noch knapp 16.000. Die Folgen des erzwungenen Strukturwandels – Industriebrachen in Zentrumsnähe, die Infragestellung der Identität als Textilstadt, ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit – sind bis heute spürbar.
Der Theaterabend Die Weber von Augsburg. augsburg factory: web und walk erzählt – auf der Grundlage von historischen Recherchen, vor allem aber von Gesprächen mit Arbeiterinnen, Arbeitern und Angestellten der Textilindustrie – von dem, was die Menschen bei ihrer Arbeit bewegt und beschäftigt hat. Gespielt wird an einem Ort, der nochvon Augsburgs Zeit als Textilmetropole zeugt: auf dem Gelände der Dierig Holding AG in Pfersee.
Die Theatercompagnie >fliegende fische> um Harry Fuhrmann (Inszenierung) und Christiane Wiegand (Dramaturgie) arbeitet seit 2005 zusammen. Gründungsgedanke der Gruppe ist es, zu den Menschen zu reisen, von denen sie erzählen. So finden sie die Figuren und Geschichten, aus denen ihre Theaterstoffe entstehen. Zuletzt tourte die Gruppe mit ihrer Produktion HEIMGESUCHT – Ein Stück Deutschland durch die Bundesrepublik.
Die Weber von Augsburg steht unter dem Patronat der Dierig-Holding AG
Dierig-Gelände, Kirchbergstraße 23, Pfersee
Straßenbahn Linie 3, Haltestelle Eberlestraße; Bus Linie 35, Haltestelle Christian-Dierig-Haus
Parkplätze auf dem Gelände
Inszenierung: Harry Fuhrmann
Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter
Dramaturgie: Geeske Otten, Christiane Wiegand
Mit: Franziska Arndt, Christine Diensberg, Eva Maria Keller, Olga Nasfeter, Klaus Müller, Mattes Herre, Philipp von Mirbach, Eberhard Peiker, Tjark Bernau, Oliver Simon

